Frank van Düren - Willkommen in meiner Welt
***************************************************************************************
Home Gedichte Geschichten Fotografie Master´s Log Unterstützung
Links Gästebuch Impressum Datenschutzerklärung Nightshade
***************************************************************************************
Vorherige Geschichte

Die Geschichte von Grubnak dem Waghalsigen

Der Mond schien hell in dieser sternenklaren Nacht. Sein Antlitz reflektierte im stillen Wasser des riesigen Bergsees. Grubby saß am Ufer, seine Angel in den Händen, und dachte darüber nach, ob er umkehren sollte. Wie weit war er nun schon von zuhause weg? Er konnte es nicht sagen, höchstens erahnen. Er hatte das große Gebirge überwunden und darauf war er verdammt stolz. Das hatte vor ihm noch kein Goblin geschafft! Zumindest keiner, der je zurückgekehrt war. Wobei er auch selbst nicht wusste, ob er je zu seinem Stamm zurückkehren würde.
Wehmütig dachte er an seine Leute. Umgekehrt war das wohl kaum der Fall. Es lag nicht gerade in der Natur von Goblins, sich Gedanken über den Verbleib ihrer Artgenossen zu machen - dafür neigten sie zu sehr dazu, sich von dahergelaufenen Abenteurern, oder anderen Kreaturen, erschlagen zu lassen.

Das Bild zeigt den Goblin Grubnak, wie er das Nachts bei Mondschein an einem Bergsee angelt

Um so erstaunlicher war es, dass Grubby so weit gekommen war! Als er seinerzeit losgezogen war, hatten seine Stammesmitglieder die Köpfe geschüttelt. Keiner von ihnen hatte verstanden, warum Grubnak der Waghalsige diese gefährliche Reise auf sich nahm und dafür die sichere Heimathöhle verließ. Sie konnten und wollten es nicht verstehen... Dabei war genau das das Problem! Die Höhle war nicht sicher!
Tatsächlich ging es seinem Volk alles andere als gut. Ihnen wurde hart zugesetzt, von Menschen, Zwergen, Orks und Monstren. Einst waren die Goblins des Westgebirges eine stolze Gemeinschaft von mehreren tausend mehr oder minder wackeren Kriegern gewesen, doch die zahllosen Attacken unterschiedlichster Feinde hatten ihre Anzahl auf wenige Hundert dezimiert.
Gut, den meisten seiner Artgenossen sagten diese Zahlen nichts, denn Zählen gehörte nicht zu den Dingen, die Goblins gerne taten. Genauso wenig wie Schreiben, oder sich Gedanken über den Sinn des Lebens zu machen.
Grubby war da eine der wenigen Ausnahmen. Nicht der Einzige, das konnte man gewiss nicht behaupten. Es gab einzelne Mit-Goblins, mit denen er auf einem gewissen Niveau sinnieren konnte. Aber selbst denen hatte er seine Beweggründe nicht näher bringen können. Goblins zogen nicht auf Abenteuer aus, sie ließen sich von Abenteurern erschlagen. Das war seit alters her Brauch.
Grubby indes wusste, dass es nicht ewig so weitergehen konnte. Im Westgebirge war die Zahl der natürlichen (und unnatürlichen) Feinde der Goblins dermaßen angestiegen, dass sein Volk über kurz oder lang ausgelöscht werden würde. Es war nur eine Frage der Zeit, wenn niemand etwas unternahm.
Lange hatte er überlegt, wie sich der Untergang seiner Gemeinschaft verhindern lassen könnte. Und schließlich war ihm der richtige Gedanke gekommen! Sie mussten eine neue Heimat finden, an einem Ort, wo sie in Frieden leben konnten, ohne tagtäglich erschlagen oder gefressen zu werden. Er hatte dies dem Häuptling und seinem Rat der Ältesten vorgeschlagen, doch sie hatten ihn ausgelacht. Goblins würden überall verfolgt und bekämpft, hatten sie getönt. Das sei ihr Schicksal, hatten sie gegröhlt. Aber er könne ja losziehen, und einen solchen, friedvollen Ort suchen. Wenn Grubnak diesen Ort fände, würden die Goblins des Westgebirges ihm folgen... Die ganze Bagage hatte am Boden gelegen vor Lachen, als der Häuptling dies verkündete.
Grubby war losgezogen. Man nannte ihn nicht umsonst den Waghalsigen, war er doch für einen Goblin ungewöhnlich abenteuerlustig und hatte sich weiter von der Heimathöhle fort gewagt, als alle anderen Mitglieder der Gemeinschaft. Anfangs hatte er noch gehofft, dass er ein paar Gefährten finden würde, aber jeder, den er gefragt hatte, war auf einmal wahnsinnig beschäftigt und überhaupt vollkommen unabkömmlich gewesen.
Also war Grubnak der Waghalsige die Reise alleine angetreten. Er hatte seinen Rucksack mit Ausrüstung und Verpflegung vollgestopft, und war losgelaufen. Ein konkretes Ziel hatte er nicht - einzig die Richtung war klar: Gen Westen. Einfach weil sämtliche Feinde aus dem Osten ins Gebirge gekommen waren.
So hatte er sich durch Felsen und Klüfte gekämpft. Irgendwann hatte er aufgehört, die Tage und Wochen zu zählen - es mussten Monate gewesen sein. Zahlreichen Gefahren hatte er getrotzt - meist indem er sich geschickt versteckte, oder indem er einfach weglief. Sogar einen Drachen hatte er gesehen! Zumindest glaubte er das, denn das Wesen, was da auf dem Felsen gesessen und ihn finster betrachtet hatte, während er vorbei lief, konnte nichts anderes gewesen sein. Andererseits war er sich nicht so ganz sicher, denn ein Drache hätte ihn vermutlich verspeist. Und diese Kreatur schien eher amüsiert ob des kleinen Goblins, der sich an ihr vorbei stahl.
Alleine über diesen Teil seiner Reise hätte Grubby ein ganzes Buch schreiben können. Die Fähigkeiten dazu besaß er. Allerdings fehlte ihm ein Publikum, welches sich für dies Niederschrift interessiert hätte - die Anzahl an Goblins seines Stamms, die des Lesens mächtig war, belief sich auf maximal zwei Hände voll. Und die meisten davon interessierten sich ausschließlich für magische Formeln und/oder Kochrezepte. Und doch versuchte er die Erinnerungen frisch zu halten, um sie vielleicht irgendwann niederzuschreiben...

Grubby schreckte aus seinen Gedanken auf, denn etwas zog an seiner Angel! Da hatte doch einer angebissen! Mit aller Kraft zog er an der Rute, dem widerspenstigen Fang zum Trotz, Was es wohl sein mochte? Ein mächtiger Blauhecht? Ein Mitternachts-Aal? Letzteres war sehr wahrscheinlich, denn diese Biester waren nur zu mitternächtlicher Stunde aktiv, was seinem Zeitgefühl nach ziemlich gut hinkam.
Er zog, zerrte und gewann den Kampf schließlich, denn auf einmal endete der Widerstand und die Angelschnur surrte förmlich, als der Fisch durch die Luft flog - direkt in seinen Schoß! Da leg es nun, das zappelnde etwas. Schuppig, glitschig... und verängstigt! Ein kleiner Gluppi hatte sich in seinem Köder verbissen und wand sich jetzt in Todesangst auf Grubnaks Schenkeln.
Er seufzte, denn das arme Wesen tat ihm leid. Auch hier unterschied er sich von den meisten seiner Artgenossen - er tötete nicht gerne. Schon gar nicht, wenn das Opfer so ein süßer kleiner Fratz wie dieser war. Vorsichtig löste er den Haken aus des Gluppis Maul und warf den Kleinen zurück ins Wasser.
Resigniert rollte er die Angelschnur zusammen und steckte die Rute dann in seinen Rucksack. Töten war ihm generell zuwider und er tat es nur, wenn es ums Überleben ging - seines, oder das seiner Mitgoblins. Verhungern würde er allerdings nicht, denn der Wald, welcher den Bergsee umgab, und in dem Grubnak nun schon eine Weile hauste, gab genügend pflanzliche Nahrung her. Pilze, Beeren, auch ein paar durchaus bekömmliche Moosarten wuchsen hier in Hülle und Fülle. Gejagt hatte er schon lange nicht mehr, und auch das Angeln war mehr Zeitvertreib, denn echte Nahrungssuche. Tatsächlich war er sich unschlüssig, ob dieser Wald, westlich des Westgebirges, nun eine Heimat für seinen Stamm sein könnte oder nicht. Es schien hier sehr friedvoll zu sein... Weitestgehend. Allerdings gab es in den nahegelegenen Ausläufern des Gebirges kaum Höhlen - und die wenigen, die er gefunden hatte waren bereits bewohnt, hauptsächlich von Gnollen. Diese an Hyänen erinnernden Kreaturen waren alles andere als angenehme Nachbarn. Zwar gehörten Goblins nicht auf deren Speiseplan, aber die Gnolle neigten dazu, Goblins zu quälen, mitunter sogar zu versklaven. Er würde seine Leuten kaum davon überzeugen können, in eine Gegend umzusiedeln, in der sie sich das Habitat mit Gnollen teilen und womöglich gar Hütten im Wald bauen müssten!

Grubby hatte sich gerade ins Unterholz des Waldes geschlagen, als er ein lautes Knacken hörte, gefolgt von einer Art stöhnen. Instinktiv duckte er sich unter einen Riesenfarn und hielt den Atem an. Da! Da war noch ein Knacken! Er konzentrierte sich, um zu hören, aus welcher Richtung die Geräusche kamen. Wer oder was auch immer da durch den nächtlichen Wald streifte, kam näher. Er zog sich noch weiter ins Gestrüpp zurück und atmete so flach, wie es ihm nur irgendwie möglich war. Als Goblin konnte er bei diesen Lichtverhältnissen ähnlich gut sehen, wie beispielsweise Menschen bei Tageslicht, zumal der Vollmond an verschiedenen Stellen durch das Blätterdach des Waldes brach.
Dann sah er sie! Es waren Gnolle, wie er schon vermutet hatte... leicht erkennbar an ihren gebeugten Rücken und den hundeartigen Schnauzen, deren Hauer gelegentlich im Mondlicht aufzublitzen schienen. Gnolle waren die perfekten Jäger, insbesondere in der Nacht. Doch für Mitglieder ihrer Art bewegte sich dieses Rudel ungewöhnlich laut, was soviel hieß, dass sie gelegentlich mal einen Ast achtlos brechen ließen, statt sich daran vorbei zu schleichen.
Woran das lag, konnte Grubby wenige Momente später erkennen. Zwei der Gnolle - insgesamt waren es vier - trugen auf ihren Schultern einen schmalen Holzstamm, an dem eine Art Bündel baumelte, von dem wiederum die gelegentlichen Stöhn-Geräusche rührten, die der Goblin schon zuvor vernommen hatte.
Das musste ein gefangener Mensch sein, schloss Grubnak, der die nächtliche Prozession vorsichtig und aus gebührendem Abstand beobachtete. Zum Glück bemerkten ihn die Gnolle nicht. Sie wirkten zwar vorsichtig, schienen aber sehr zielstrebig mit ihrer Beute Richtung Gebirge zu strebten. Vermutlich wollten sie vor Sonnenaufgang dort sein.
Seltsamerweise empfand Grubby ein wenig Mitleid mit dem Gefangenen. Zwar hatte er wenig für Menschen übrig - die meisten, denen er begegnet war, hatten nach seinem Leben getrachtet - aber es schien ihm trotzdem kein schönes Schicksal für das Geschöpf, in den Bäuchen hungriger Gnolle zu enden.
Mittlerweile zog das Jagdrudel relativ nah an seinem Versteck vorbei. Irgendetwas faszinierte ihn an dem baumelnden Menschlein, das da an dem Stamm hing.Er schaute genauer hin, versuchte zu erkennen, wie der Mensch aussah. Langes, blondes Haar hing von seinem Kopf herab, was laut Grubnaks Erfahrung auf ein Weibchen hindeutete. Und da war noch etwas, etwas, was er bei Menschen noch nie gesehen hatte: Spitze, lange Ohren - den seinen nicht ganz unähnlich.
Aufregung erfasste Grubby. Ja, das musste eine Albail sein! Er hatte noch nie jemanden aus dem Volk der Elfen gesehen!
Natürlich kannte er die Geschichten - solche, die von der Grausamkeit der Albail berichteten, aber auch jene, welche die Schönheit, Anmut und den Gerechtigkeitssinn des Elfenvolkes priesen. Er konnte nicht beurteilen, wie viel Wahrheitsgehalt darin steckte, doch all diese Märchen hatten ihn stets fasziniert. Seit er ein kleiner Gobbo gewesen war, hatte er davon geträumt, einmal einer Elfe zu begegnen. Und jetzt war eine direkt vor seiner Nase, in den Klauen von Gnollen, die sie mit Sicherheit verspeisen wollten!
Seine Aufregung wuchs ins Unermessliche! Er wusste nicht, wie er mit der Situation umgehen sollte, doch eines stand fest: Er konnte diesen Tross nicht einfach so davon ziehen lassen. Er wollte die Elfe zumindest einmal aus der Nähe sehen, bevor diese von den Gnollen zerstückelt wurde! Kurz entschlossen folgte er die Gruppe in sicherem Abstand.

Je näher sie den Felsen kamen, in denen sich die Heimathöhlen der Gnolle befanden, desto mehr zweifelte der kleine Goblin an seinem Verstand, und die Angst in ihm wuchs! Was hatte er sich nur dabei gedacht?
Zwar war er schon häufiger heimlich in das Höhlensystem der Gnolle eingedrungen, um sich ein paar Lebensmittel zu stibitzen, aber dabei hatte er Vorsicht und Planung walten lassen. Jetzt schlich er hinter einem Jagdrudel her, was so ziemlich die gefährlichste Gruppe an Gnollen darstellte, die man sich vorstellen kann, und musste dafür im Gestrüpp des sich lichtenden Waldes notdürftig Schutz suchen. Mittlerweile waren sie im Heimatgebiet der Gnolle angelangt. Felsen und lichte Waldausläufer gingen ineinander über. Überall gab es kleinere und größere Höhleneingänge. Grubby wusste in etwa, wo die Wachposten in der Regel verborgen waren, welche das Gebiet vor Eindringlingen schützten, aber er musste stets damit rechnen, in eine Patrouille hinein zu laufen. Bibbernd vor Furcht versteckte er sich unter einem überdimensionalen Pilz. Von seinem Standort konnte er den weiteren Weg des Rudels verfolgen, ohne Gefahr zu laufen, selbst von den wachsamen Augen verborgener Wärter entdeckt zu werden.
Seine Befürchtungen bewahrheiteten sich... Die Gnolle trugen die Albail direkt zur Haupthöhle, in welcher der Häuptling mit seinem Hauptrudel lebte!

Vorsichtig zwängte sich Grubmak der Waghalsige in den Felsspalt, der in einer kleinen Höhlenöffnung mündete. Er hatte diesen Zugang zur Haupthöhle vor einigen Wochen entdeckt, als er auf genau jenem Weg aus den Fängen der Gnolle geflohen war. Damals hatte er seine Neugier fast mit dem Leben bezahlt!
Sie hatten ihn auf einem Streifzug durch die Gebirgsausläufer erwischt. Damals war er sich sicher gewesen, weit genug von den Gnollen weg zu sein und hatte nach einem möglichen Lebensraum für sein Volk gesucht. Leider hatte er das Rudel zu spät gemerkt und wurde von ihnen gefangen genommen!
Zum Glück standen Goblins nicht auf dem Speiseplan der Gnolle - ihre Haut war zu ledrig und das Fleisch zu bitter. Also hatten die humanoiden Hyänen das mit Grubnak gemacht, was sie am Liebsten mit Goblins machen: Sie quälen und als Haustier und Hofnarr missbrauchen.
Die Tortur war seinerzeit nur von kurzer Dauer gewesen, da Grubby dem Häuptling und seinen Leuten schnell langweilig geworden war. Als seine Peiniger sich gerade auf eine andere Beute konzentriert hatten, war der Goblin entwischt und hatte sich durch die schmale Höhle aus dem Staub gemacht, durch die er jetzt wieder ins Gnoll-Reich eindrang. Seitdem hatte er tatsächlich noch zweimal den gleichen Weg genutzt, um sich am Vorrat der Gnolle zu bedienen.

Das Bild zeigt eine Elfe, gefangen in einer Höhle hinter Holzgittern

Da war sie! Exakt in jenem Verschlag, in dem die Gnolle ihn selbst zunächst gefangen gehalten hatten, bevor sie ihm dem König zum Spiel vorwarfen, saß die Elfe. Gefangen hinter hölzernen Gittern und mit Sicherheit einem noch schlimmerem Schicksal entgegen blickend, als jenes,welche Grubby hatte erdulden müssen.
Der Goblin befand sich im Höhlengang, der zum Gefängnis führte. Hier war es dunkel, doch im Verlies selbst hatten die Gnolle eine Fackel entzündet und aufgestellt, die den Raum in ein flackernes Licht tauchte. Warum genau das Hyänenkrieger die Fackel hier gelassen hatten, vermochte Grubnak nicht zu beurteilen, aber er vermutete, dass es bedeutete, sie würden bald wiederkommen, um die Gefangene zu holen und ihrem Schlächter zuzuführen.
Verstohlen blickte er in den Raum - stets darauf bedacht, dass die Elfe ihn selbst nicht sehen konnte. Er beobachtete sie, wie sie dort saß, in dem kleinen Verschlag. Ihre Hände umklammerten die Holzstäbe, als würde sie diese mit ihren zarten Armen aufbiegen wollen, um zu entschwinden.
Sie war wunderschön! Nicht nach Goblin-Maßstäben - da gab es ganz andere Vorzüge, die Grubby an den Weibchen seines Volkes liebte - aber dieses Geschöpf strahlte eine Schönheit aus, die alles übertraf, was die Märchen und Sagen versprochen hatten!
Gut, in ihrem grünlichen Lederwams, mit den braunen Stiefeln, dem verdreckten Gesicht und den leicht strähnige, blonden Haaren sah sie etwas anders aus, als die strahlenden Geschöpfe, die er sich in seiner Fantasie ausgemalt hatte, aber das änderte nichts an ihrer unfassbaren Erhabenheit! In ihren Augen spiegelten sich Angst, Stolz und Trotz wider. Diese Elfenfrau wusste, dass ihr letztes Stündchen geschlagen hatte, und doch verlor sie nichts von ihrer Anmut und ihrer inneren Kraft. Alleine mit ihrer Präsenz schlug sie Grubby in ihren Bann...
Plötzlich sprach sie ihn an. Grubnak erschrak! Er hatte nicht gemerkt, dass er in das Verlies hinein getreten war!
Die Albail schaute ihn mit ihren funkelnden Augen an. Waren das etwa Edelsteine? Ihre Stimme klang wie süßer Nektar, der sich in seine Gehörgänge ergoss und ihn mit Glückseligkeit erfüllte. Er konnte nicht verstehen, was sie sagt, noch war es ihm möglich, ihre Mimik zu deuten.War sie wütend? Ängstlich? Wollte sie ihn verwünschen, oder ihn umgarnen?
All dies war Grubby egal! Hier war sie, die Albail seiner Träume, und sie war gefangen und den hungrigen Gnollen hilflos ausgeliefert. Das war nicht richtig!
Er öffnete seinen Mund, um ihr Mut zuzusprechen, doch schloss ihn gleich wieder. Die Albail würde ihn nicht verstehen, so wenig wie er ihre Worte verstand. Er versuchte sie mit Gesten zu beruhigen, nicht sicher, was er damit tatsächlich bewirkte.
Irgendetwas in ihm sagte ihm, dass er dieses arme Geschöpf nicht im Stich lassen konnte. Solche Gefühlsregungen wie Mitleid oder Hilfsbereitschaft waren für Goblins alles andere als üblich, aber gelegentlich kamen sie zu Tage - und dies war die Gelegenheit schlechthin! Sein Blick fiel auf die provisorische Tür des Holzverschlags. Sie hing an rostigen Scharnieren an der Felswand, aber Grubby wusste aus eigener Erfahrung, dass das Konstrukt weitaus stabiler war, als es aussah. Ein dickes Seil verband die Gittertür mit dem restlichen Gatter. Damals hatte er selbst ausharren müssen, bis ihn die Gnolle zum König holten, doch heute hatte er eine Idee, wie er diese Tür öffnen konnte!
Grubby zog seinen Dolch aus dem Stiefel. Damals hatten sie ihn kalt erwischt und ihm seine Waffe weggenommen, bevor sie ihn einsperrten, doch diese hatte er sich längst zurück gestohlen.
Die Elfe erschrak sichtlich, doch er hob die Hände und zeigte dann deutlich in Richtung Seil. Sie schien irritiert, um sich dann aber doch etwas zu beruhigen.
Tatsächlich konnte Grubnak nicht wirklich beurteilen, was in der Gefangenen vorging. Vermutlich hielt sie ihn für einen Handlanger der Gnolle. Natürlich! Sie konnte ja nicht wissen, dass er selbst in die Höhle eingebrochen war, nur um sie zu sehen!
Um ihr seine guten Absichten zu verdeutlichen, zeigte er auf seinen Dolche, dann aufs Seil. Anschließend zeigte er auf die Albail und sich selbst, und dann auf de dunklen Gang, aus dem er gekommen war, und der den einzigen Fluchtweg darstellte.
Sie beobachtete ihn genau, legte den Kopf zur Seite. Dann fletschte sie die Zähne... Wollte sie ihm drohen? Nein, da war etwas liebevolles in ihrer Mimik. Das war kein Zähne fletschen. Es war etwas... unfassbar freundliches!
Grubby nahm den Dolch und machte sich an dem Seil zu schaffen, welches die Gittertür verschlossen hielt. Das Tau war dicker und zäher, als er gedacht hatte.
Plötzlich glaubte er, Schritte im Gang zu hören.Auch die Elfe spitzte die Ohren und schien ihn antreiben zu wollen.
Angst stieg in ihm auf! Was, wenn er zu lange brauchte und die Gnolle ihn erwischten? Zwar war er für sie ungenießbar, aber sie würden ihn zerfleischen.- den Goblin, der ihnen ihre Beute streitig machen wollte!
Schon drängte es ihn, auf den Fersen umzudrehen und alleine das Weite zu suchen, da zerrissen die letzten Fasern des Seils! Die Tür sprang auf, die Albail schlüpfte hindurch. Sie blickte ihn an und instinktiv nahm er ihre Hand. Natürlich wusste sie nicht wie sie aus der Höhle entkommen konnte, aber er wusste es! Er zog sie hinter sich her rannte mit ihr in den Gang.
Er schrak zusammen, denn in der Ferne konnte er grummelnde Gnolle hören, die schnell näher kamen. So schnell er konnte, lief er, die Hand der Elfe fest umschlungen, bog mit ihr in die nächste Höhle ab, hörte das Schreien der Gnolle, die nun offenbar die Flucht ihrer Beute entdeckt hatten!
Als er an dem rettenden Aufgang ankam, durch den er in den Komplex eingedrungen war, kam ihm ein bitterer Gedanke: Für ihn war diese Röhre gerade weit genug, aber die Albail war größer als er! Doch noch bevor er wusste, wie ihm geschah, war sie in den schmalen Schacht entschwunden. Wie grazil iund zierlich dieses Wesen war! So schnell er konnte, glitt er hinter ihr in die Öffnung und hatte große Mühe, ihr beim Aufstieg durch den engen Höhlengang zu folgen.

Als er der Röhre entstieg, war er zunächst geblendet. Es war helllichter Tag und seine Augen brauchten eine Weile, um sich an das grelle Licht der Sonne zu gewöhnen. In einiger Entfernung sah er die Albail durch das Gestein rennen. Sie blieb stehen, blickte sich zu ihm um, winkte ihm und versuchte ihm offenbar zu signalisieren, er solle ihr folgen.

Wie gerne er das getan hätte, doch ihm war klar, dass sie dann keine Chance gehabt hätte. Er musste für Ablenkung sorgen, damit die Albail entkommen konnte. Aus den Höhlen der Gnolle hörte er bereits Geschrei und auch die wenigen Wachtposten, welche dem Tageslicht trotzten, heulten im wilden Kriegsgebell.
Die Elfe schaute zu ihm, doch er blieb stehen. Er deutete auf den nahegelegenen Wald, winkte ihr, dass sie dorthin rennen und sich in Sicherheit bringen sollte. Sie zögerte, schien hin und her gerissen. Doch dann lief sie!
Erleichtert sah Grubnak, wie dieses wundervolle Geschöpf im Grün des Waldes verschwand. Er wünschte sich nichts sehnlicher, als das sie entkam. Und er würde seinen Teil dazu beitragen. Grubby würde für Ablenkung sorgen, damit die wundervolle Elfe genug Vorsprung bekam...

Bis heute wusste Grubnak nicht, wie genau er de Gnoll-Hölle entkommen war. Wann immer er an jenen Tag zurück dachte, an dem er der Albail zur Flucht verholfen hatte, verschwammen seine Erinnerungen. Er hatte irgendwie überlebt und war selbst entkommen. Allerdings hatte er auf seiner wilden Flicht die Orientierung vollständig verloren und streifte seitdem durch den dichten Wald, der kein Ende zu nehmen schien.
Die Berge hatte er schon seit Wochen nicht mehr gesehen. Er musste stets Unterschlupf im Grünen finden, was für einen Felsengoblin seiner Art ein Gräuel war. Doch es nutzte nichts - er musste sich hier irgendwie durchschlagen.
Mehr als einmal war er einem Raubtier nur knapp entkommen, oder hatte sich einer Schlingpflanze gerade noch entwunden. Dieser Wald war anders als alle, die er bisher kannte. Dicht, voller Gefahren!
Mittlerweile wünschte er sich nichts sehnlicher, als zuhause bei seinem Stamm zu sein, Mochte sein Volk auch langsam aussterben, so hatte er sich doch immer geborgen gefühlt. Hier, in diesem fremden, wilden Land, musste er tagtäglich um sein Leben kämpfen. Furcht war sein ständiger Begleiter!
Tief in seinen bitteren Gedanken versunken schlug sich Grubnak durch den dichten Wald. Meist nutzt er Schneisen und Trampelpfade, die von Wildtieren stammten, gelegentlich lichtete sich das Unterholz auch so, dass er von sich aus gut voran kam.
Sein knurrender Magen erinnerte ihn daran, dass er schon eine ganze Weile nichts mehr gegessen hatte, und seine Füße taten ihm weh. Schließlich machte er auf einer kleinen Lichtung Rast, auf der das Licht der Mittagssonne durch die Baumkronen fiel und ihm ein wenig Wärme spendete.
Erschöpft setzte er sich hin und lehnte sich an den Stamm eines mächtigen Baumes, der am Rande der Lichtung in die Höhe ragte. Er holte einen kleinen Lederbeutel aus seinem Rucksack hervor und fing an, die darin gesammelten Grummbeeren zu knabbern, welche er sich am Morgen von einem Grummbusch hatte pflücken können.Anschließend nahm er einen Schluck aus seinem Wasserschlauch. Wasser bot der Wald zum Glück reichlich, vom süßen Morgentau, bis hin zu Bächen, die immer wieder mal seinen Weg kreuzten. Manchen war er schon gefolgt, aber sie hatten ihn nie zu Siedlungen geführt. Hier schien es nichts zu geben, außer ihm und den Tieren des Waldes, die ihm weitestgehend aus dem Weg gingen und ihn zumeist aus der Ferne beobachteten. Oder ihn als Beute sahen.
Traurig blickte Grubby auf den Schlauch. Was hätte er jetzt für einen Schluck guten alten Gobbo-Biers gegeben? Oder wenigstens Brilnellas Plörre, die sie aus gegorenen Höhlenpilzen braute? Hier gab es wahrhaft nichts....
Müdigkeit überkam ihn. Seine Augen fielen zu und er schlief ein.

Das Bild zeigt den Goblin Grubnak, umzingelt von vier Elfen, die ihn mit Schwertern bedrohen

Als er erwachte, war es dunkel. Nein, nicht ganz, das musste die Abenddämmerung sein, verstärkt durch die Schatten der Bäume und Büsche rings um die Lichtung. Erschrocken sprang er auf. Warum hatte er so lange geschlafen? Das hatte er so nicht gewollt - exponiert auf der Lichtung, ohne jeglichen Schutz um ihn herum. Zum Glück hatte ihn kein Raubtier entdeckt - zumindest keines, das Appetit auf Goblin hatte.
Er reckte sich und raffte seine Sachen zusammen. Während er herzhaft gähnte, faste er einen Entschluss: Er würde zurückkehren. Hier in diesem scheinbar endlosen Urwald gab es nichts mehr für ihn zu entdecken, schon gar keine neue Heimat für sein Volk. Er musste sich eingestehen, dass seine Mission gescheitert war. Er würde zurückkehren und versuchen, so lange wie möglich mit seinen Leute gegen die Gefahren auszuharren, denen sie tagtäglich ausgesetzt waren,
Gerade wollte er sich auf den Weg zu jenem Trampelpfad machen, über den er auf die Lichtung gelangt war, da schrak er zurück.
War da etwas hinter ihm? Er blickte sich um, doch er sah nichts. Vermutlich nur ein Hirngespinst nach all den Wochen der Einsamkeit. Dennoch tastete er nach dem Dolch an seinem Gürtel... Doch der war weg. Wie konnte das sein? Panik stieg ihn ihm auf - ohne seinen Dolch war das Überleben in dieser Wildnis nahezu unmöglich!
Er musste ihn beim Schlafen verloren haben - natürlich! Grubby wandte sich dem Baum zu, unter dem er gelegen hatte, um dort zu suchen.
Plötzlich waren sie da! Wie aus dem Nichts scharten sie sich um ihn - vier großgewachsene Albail,die ihre Waffen gezückt hatten und lautlos um ihn herum glitten. Grubnak konnte ihre fremdartigen Mienen kaum deuten, aber auf ihn wirkten sie finster. Und die gezückten Schwerter, die sieauf ihn richteten, zeugten auch nicht gerade von friedlichen Absichten.
Die Panik wuchs ins unermessliche! Der kleine Goblin wollte fortlaufen, doch sie hatten ihn längst eingekesselt. Tränen stiegen ihm in die Augen und er wollte um Gnade flehen. Einer der Elfenkrieger kam näher - er schien regelrecht zu schweben! Grubnak fiel auf die Knie und weinte. Der Albail sagte irgendetwas, es klang wie die Melodie eines Wiegenliedes - seine Augen leuchteten rot auf. Er deutete mit einem Finger auf Grubby. Glitzernde Funken entstiegen der Hand des Elfen und stoben dem Goblin ins Gesicht. Tiefe Dunkelheit vertrieb jeden Gedanken und jedes Gefühl aus dem kleinen Körper.

Das Licht schmerzte, also schloss er die Augen schnell wieder, kaum, dass er sie geöffnet hatte. Es war so unfassbar hell!
Ansonsten fühlte er sich aber überraschend erholt. Grubnak lag auf einem weichen Untergrund, offenbar zugedeckt. Es war warm und irgendwo plätscherte etwas, vielleicht ein Bach.
Vorsichtig versuchte er es nochmal. Er öffnete die Lider nur minimal um seine Augen an diese intensive Helligkeit zu gewöhnen. Und auch wenn er eigentlich von Natur aus ein Höhlenbewohner war, gelang es ihm, Schritt für Schritt das Licht zuzulassen, ohne dass es ihn übermannte.
Schließlich konnte er seine Umgebung wahrnehmen.
Er befand sich tatsächlich in einer Höhle - oder zumindest etwas in dieser Art.Die Wände und die Decke des Gewölbes schienen vollständig aus Kristall zu sein. Filigrane Säulen und Rundbögen trugen diese Strukturen. Licht brach sich immer wieder in den Facetten der Kristalle, sodass bunte Reflexionen aufblitzten und wieder verschwanden. Der ganze Ort schien von Magie durchtränkt!
Grubby staunte. So etwas hatte er noch nie gesehen! Er selbst lag auf einer Art Schlaflager, in weiche Tücher gehüllt und fühlte sich so wohl, wie noch nie in seinem Leben zuvor.
War dies der Himmel? Die alten Gobbos erzählten den jüngeren gerne Geschichten von einem Ort, an dem sich die Goblins nach ihrem Tod wieder trafen, um dort gemeinsam in alle Ewigkeit zu feiern. Aber diesen Ort hatte er sich irgendwie anders vorgestellt. Dunkler. Höhliger. Goblinhafter.
Das hier war... In diesem Moment tauchte eine Elfe wie aus dem nichts neben ihm auf. Grubby erschrak und wollte schon aus dem Bett springen, doch sie wirkte so gar nicht bedrohlich. Zwar fletschte sie die Zähne, doch da lag etwas warmes, freundliches in ihrem Gesicht. Sie reichte ihm ihre Hand und ein wohliges Kribbeln schoss durch Grubnaks ganzen Körper.
Grubnak betrachtete die Elfe. Sie hatte schulterlange, braune Haare und trug ein rotes Gewand. In gewisser Weise erinnerte sie ihn an jene Albali, die er aus den Fängen der Gnolle befreit hatte, doch sie war es nicht.
Ein wenig machte sich Enttäuschung in ihm breit. Wie gerne hätte er seine Elfe wiedergesehen. Dieses wunderschöne, blonde Zauberwesen, welches ihn zu seinem waghalsigsten Abenteuer überhaupt animiert hatte. Wie es ihr wohl ergangen sein mochte?
Diese hier wirkte freundlich, aber Grubnak konnte nicht so recht einschätzen, was sie von ihm wollte. Sie sprach sanft auf ihn ein - es war der gleiche betörende Singsang, den er schon vorher gehört hatte, aber er verstand nichts. Lediglich ihre Gesten ergaben Sinn. Sie wollte, dass er ihr folgte. Und warum auch nicht? Die hatte ihn nicht bedroht, sondern gut behandelt. Also was sollte schon geschehen?

Nur wenig später bereute er seinen Leichtsinn. Die dunkelhaarige Elfe hatte ihn in einen großen Saal geführt, der schier von magischem Licht wurde. Überall glänzte, funkelte und glitzerte es. All das überforderte den Geist des armen, kleinen Goblins.
Die Albail führte ihn durch den Saal zu einer Art Erhebung - darauf befanden sich zwei riesige Kristall-Stühle. Auf einem davon saß jener Albail, der ihn offenbar im Wald in Ohnmacht gezaubert hatte. Lange, glatte Haare umschlossen das engelsgleiche Gesicht des Elfs Und so schwer es Grubby bisher gefallen war, die Mimik der Albail zu deuten, hier war er sich sicher: Der Mann war feindselig. Grubby fürchtete, dass er sich jeden Moment auf ihn stürzen und ihn niederstrecken würde!
Die Angst kehrte zurück. Schon wollte er sich nach einem Fluchtweg umschauen, da erklang eine Stimme hinter ihm: "Fürchte dich nicht!"
Grubnak erstarrte. Die Stimme klang irgendwie vertraut, als habe er sie schon einmal gehört. Sie hatte den gleichen, zauberhaften Klang wie jene der anderen Albail, doch eines stimmte nicht: Sie sprach Goblin!
Wie konnte das sein? Gut, sie hatte einen fremdartigen Akzent, aber das war eindeutig seine Muttersprache! Und sie erklang erneut:
"Ich hatte gehofft, dich eines Tages wiederzusehen, mein kleiner Freund. Nun sag mir, wie heißt du?"
"Gr...Grubby...", schaffte es dieser irgendwie, hervor zupressen. Immer noch starr vor Angst und zugleich überwältigt von den Eindrücken, die in diesem Moment auf ihn einwirkten, traute er sich noch immer nicht, sich umzudrehen - zumal er fürchtete, dass der Albail auf dem Thron ihm umgehend sein Schwert in den Rücken rammen würde.
Aber er musste sich auch nicht bewegen. Die Quelle der Stimme erschien in seinem Blickfeld - und es war sie! Statt des Lederwamses trug sie ein strahlend weißes Kleid, und das,was er im Dunkel der Gnoll-Höhle für eine Art Haarreif gehalten hatte, entpuppte sich als funkelndes Diadem, aber sie war es eindeutig!

Das Bild zeigt den Goblin Grubnak und die Elfenprinzessin, die ihm eine Hand auf den Kopf legt und ihn anlächelt.

"Es freut mich, dich endlich richtig kennenzulernen, Grubby. Mein Name ist Prinzessin Misandel, Tochter des Erandel."
Sie war es! Es war die Elfe, die er aus den Fängen der Gnolle befreit hatte! Grubbys Kinnlade klappte runter und er riss die Augen auf. Kurz schien es, als wolle der männliche Albail sich auf ihn stürzen, doch eine kleine, kaum sichtbare Handbewegung von Misandel reichte, um ihn zurückzuhalten. Er setzte sich wieder auf seinen Thron.

"Endlich kann ich dir danken, mein Retter!" Zärtlich legte sie ihre Hand auf Grubbys Kopf. "Ohne dich wäre ich sicherlich nicht mehr Teil dieser Welt. Sag mir, wie ich dir für deinen Edelmut danken kann! Welchen Wunsch kann ich dir erfüllen?"
Der kleine Goblin brauchte eine Weile, um sich wieder zu sammeln. Unter dem sanften Blick der Prinzessin wurde es ihm warm ums Herz. Die Zeit schien stillzustehen und er wünschte sich tatsächlich, dass dieser Moment nie enden würde.
Doch dann besann er sich: Misandel hatte ihm soeben die Erfüllung eines Wunsches in Aussicht gestellt! Er brauchte einen Moment, um sich der Tragweite dieses Angebots bewusst zu werden. Überlegen musste er allerdings nicht lange! "Eigentlich habe ich nur einen Wunsch...", flüsterte er mit Tränen in den Augen.

So kam es, dass die Goblins des Westgebirges durch die Waghalsigkeit des kleinen Grubnak eine neue, sicherere Heimat fanden. Doch wie das genau vonstatten ging und welche weiteren Folgen die Begegnung zwischen Grubnak, dem Waghalsigen und Misandel, der Elfenprinzessin hatte, das ist eine ganz andere Geschichte...

Veröffentlicht: 22.08.2025

Zurück Zur Geschichten-Übersicht